Grevenbroich · Ex-Bundesliga-Star Mike Hanke bereitet die Fußballerinnen des 1. FC Grevenbroich-Süd auf ihr großes Spiel bei der Charity-Veranstaltung „Danies Goal 2026“ in Grevenbroich vor.
Mike Hanke kam direkt zur Sache. „Euer Trainer hat gesagt, Ihr trefft das Tor nicht mehr.“ Und weil für die Fußballerinnen des 1. FC Grevenbroich-Süd am Sonntag (Anstoß 15 Uhr) auf heimischer Anlage das im Abstiegskampf der Bezirksliga womöglich entscheidende Kellerduell mit dem um drei Punkte besseren SC Hardt ansteht, war der ehemalige Stürmer, der von 2001 bis 2014 für Schalke 04, den VfL Wolfsburg, Hannover 96, Borussia Mönchengladbach und den SC Freiburg in insgesamt 284 Bundesliga-Spielen 57 Tore erzielt hatte, nach Neuenhausen geeilt.
Stimmt natürlich nicht ganz. Der Ex-Nationalspieler, 2006 bei der WM in Deutschland integraler Bestandteil des von der DFB-Elf mit Rang drei abgeschlossenen Original-Sommermärchens, unterstützt in der Südstadt in erster Linie das Charity-Event „Danies Goal“ zugunsten des Vereins „Frauenberatung – Frauen helfen Frauen“ und der Deutschen DepressionsLiga, das am 20. Juni seine zweite Auflage erfährt. Aber die Botschaft des Co-Trainers der U16-Nationalmannschaft an die Schützlinge seines Kollegen Marcel Heinze vor der gemeinsamen Trainingseinheit („Ich versuche Euch Selbstvertrauen zu geben.“) dürfte auch Kristina Schmeinck, Leiterin der Frauenberatungsstelle Neuss, gefallen haben. Sie und ihr Team bieten psychologische und psychosoziale Hilfe für Frauen ab 16 Jahren in Krisen an, oft ausgelöst durch häusliche oder sexualisierte Gewalt. „Die Nachfrage ist unverändert hoch, pro Jahr haben wir rund 1000 Frauen in der Beratung.“
Wie Hanke war auch Torsten Sträter, der gerade seine Tumorerkrankung öffentlich gemacht hat, schon im Vorjahr als Unterstützer der Aktion im Einsatz. Der TV-Star ist seit 2018 Schirmherr der Deutschen DepressionsLiga und spricht offen über seine eigenen Erfahrungen mit der Krankheit. Für Dennis Beitzel, Organisator der in ihrer Entstehung ganz und gar ungewöhnlichen Benefizveranstaltung, war darum klar, dass er handeln musste, als ihm abwertende und provokante Aussagen zum Frauenfußball zunehmend aufs Gemüt schlugen. „Das hat mich sehr gewurmt und sehr geärgert.“
Die Baslers dieser Welt – der ehemalige Profi von Bayern München hatte in seinem Podcast „Basler ballert“ geätzt, dass Frauenfußball bei ihm „Augenkrebs“ verursachen würde und Frauen, wenn sie unbedingt auf dem Rasen aktiv sein wollten, Netze aufstellen und Tennis spielen sollten, da dies „sexy“ sei – bremst er mit seinem Comic „Danies Goal“ ganz geschmeidig aus. Darin erzählt der selbstständige Bestatter aus Dormagen, der mit seiner Frau Jessica 2024 das berührende Kinderbuch „Hope und die Welt der Farben“ übers Abschiednehmen veröffentlicht hat, die inspirierende Geschichte von einem mutigen Mädchen, das sich, aller Zurückweisungen und Schmähungen zum Trotz, seinen Traum von einer erfüllenden Karriere am runden Leder erfüllt.
Das Beste daran: Dieses „Mädchen“ gibt es wirklich. Die Mutter seiner Mitautorin Cathy-Jane „CJ“ Schäfers, beide mit größtem Eifer historischen Rätseln und Mysterien schriftstellerisch auf der Spur, spielt Fußball, ist auch noch mit 43 Jahren für den 1. FC Grevenbroich-Süd am Ball: Daniela „Danie“ Schäfers – eine echte Powerfrau mit einem Faible für Tattoos. Ihr starker Fuß ist der Rechte. „Und ich mache weiter, solange ich fit bin“, sagt sie selbstbewusst.
Vollgas dürfte auch am 20. Juni gefragt sein, wenn Danie Schäfers mit ihrer Mannschaft im Rahmen des Charity-Events auf der Süd-Anlage auf Alemannia Aachen trifft. Ein recht erlesener Konkurrent, ist die Truppe vom Tivoli doch als Tabellenzweite der Mittelrheinliga auf direktem Weg zurück in die Regionalliga. Anstoß ist um 16 Uhr. Bereits um 10.30 Uhr beginnt das Blitzturnier der Altersklasse U17. Dafür bringt die als Losfee ausgeguckte FC-Kapitänin Lea Weber diese Vorrunden an den Start: Der fußballerische Nachwuchs von Fortuna Köln misst sich in der Gruppe A mit dem SC Grimlinghausen und der SG Gustorf/Gindorf, in der anderen Gruppe kicken Alemannia Aachen, der SC West Köln und die SpVg Odenkirchen.
Quelle: RP-Online